Grundlagen der Photovoltaik verständlich erklärt
Vom Sonnenlicht zur Steckdose sind es vier Schritte.
Wer verstehen will, worüber die Offerte spricht, braucht kein Physikstudium. Es genügt zu wissen, was in der Zelle passiert und welche Teile eine Anlage hat.
Was passiert, wenn Licht auftrifft
Eine Solarzelle besteht aus Silizium, das in zwei Schichten mit unterschiedlichen elektrischen Eigenschaften aufgebaut ist. An der Grenze zwischen ihnen entsteht ein elektrisches Feld.
Trifft Licht auf die Zelle, löst es Elektronen aus ihrer Bindung. Das Feld an der Grenzschicht schiebt sie in eine Richtung — und schon fliesst Strom, sobald man die beiden Seiten mit einem Leiter verbindet. Es gibt keine beweglichen Teile, nichts, was sich abnutzt; das ist der Grund für die lange Lebensdauer.
Eine einzelne Zelle liefert etwa ein halbes Volt. Ein Modul schaltet sechzig bis hundertvierundvierzig Zellen in Reihe und kommt so auf brauchbare Spannungen.
kWp, kWh und der Rest
| Begriff | bedeutet | Grössenordnung |
|---|---|---|
| BegriffKilowatt-Peak (kWp) | bedeutetLeistung unter Normbedingungen | Grössenordnung10 kWp auf dem Einfamilienhaus |
| BegriffKilowattstunde (kWh) | bedeutetMenge an Energie | Grössenordnung9’500–10’500 kWh im Jahr |
| BegriffWirkungsgrad | bedeutetAnteil des Lichts, der Strom wird | Grössenordnung20–23 % |
| BegriffEigenverbrauch | bedeutetAnteil, den Sie selbst nutzen | Grössenordnung30 % ohne, 60 % mit Speicher |
| BegriffStrang | bedeutetReihe von Modulen | Grössenordnung8–20 Module |
Der häufigste Stolperstein sind Kilowatt und Kilowattstunde. Kilowatt-Peak ist die Leistung, die eine Anlage unter Normbedingungen abgeben kann — eine Momentaufnahme. Kilowattstunden sind die Menge, die über die Zeit zusammenkommt.
Eine Anlage mit zehn Kilowatt-Peak liefert im Mittelland 9’500 bis 10’500 Kilowattstunden im Jahr. Mit dieser einen Umrechnung lässt sich jede Offerte auf Plausibilität prüfen.
Die Bestandteile sind schnell aufgezählt: Module auf dem Dach, eine Unterkonstruktion, die sie hält, ein Wechselrichter, der Gleich- in Wechselstrom wandelt, ein Zähler, der beide Richtungen misst — und optional ein Speicher.
Was zu den Grundlagen am häufigsten gefragt wird
01Funktioniert Photovoltaik auch ohne direkte Sonne?
Ja. Auch diffuses Licht wird umgewandelt — an einem bedeckten Tag sind es typischerweise zehn bis dreissig Prozent der Leistung eines klaren Tages.
Was die Module nicht mögen, ist Hitze: Der Wirkungsgrad sinkt mit steigender Temperatur. Ein kühler, klarer Frühlingstag ist ertragreicher als ein schwüler Hochsommertag.
02Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaik macht Strom, Solarthermie macht Wärme. Thermische Kollektoren erhitzen eine Flüssigkeit für Warmwasser und Heizung.
Heute wird meist Photovoltaik gebaut und das Warmwasser bei Bedarf elektrisch erwärmt — das ist flexibler, weil Strom vielseitiger nutzbar ist als Wärme.
03Wie viel Fläche brauche ich?
Etwa vier bis sechs Quadratmeter je Kilowatt-Peak. Eine Zehn-Kilowatt-Anlage belegt also rund vierzig bis sechzig Quadratmeter — bei einem Einfamilienhaus meist eine Dachhälfte.
Module mit höherem Wirkungsgrad brauchen weniger Fläche für dieselbe Leistung. Das zählt nur, wenn die Fläche knapp ist.
Vom Verstehen zum Rechnen
Geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Sie erhalten bis zu 3 Offerten von Betrieben aus Ihrer Region — kostenlos, unverbindlich und ohne Werbeanrufe.
Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.