Solarertrag über das Jahr: Sommer, Winter, Schnee
Zwischen Juni und Dezember liegt der Faktor fünf.
Eine Anlage liefert nicht gleichmässig. Wer die Verteilung über das Jahr kennt, plant die Grösse richtig und erwartet vom Speicher das Richtige.
Was jeder Monat liefert
Richtwerte für eine Zehn-Kilowatt-Anlage, Süddach, Mittelland.
| Zeitraum | Ertrag | Anteil am Jahr |
|---|---|---|
| ZeitraumMärz bis Oktober | Ertrag7’500–8’500 kWh | Anteil am Jahrrund 80 % |
| ZeitraumJuni, bester Monat | Ertragrund 1’300 kWh | Anteil am Jahr13 % |
| ZeitraumNovember bis Februar | Ertrag1’500–2’000 kWh | Anteil am Jahrrund 20 % |
| ZeitraumDezember, schwächster Monat | Ertragrund 250 kWh | Anteil am Jahr2.5 % |
Vier Fünftel des Jahresertrags fallen zwischen März und Oktober an. Das ist keine Schwäche der Technik, sondern schlicht der Sonnenstand: Im Dezember steht die Sonne tief, der Tag ist kurz, und Hochnebel liegt oft über dem Mittelland.
Für die Auslegung heisst das: Die Anlage wird auf den Jahresertrag gerechnet, nicht auf den Wintertag. Wer im Dezember autark sein will, bräuchte eine Anlage und einen Speicher, die im Sommer das Zehnfache des Bedarfs produzieren — das rechnet sich nie.
Eine Ausnahme lohnt den Blick: Anlagen an steilen Südfassaden und stark aufgeständerte Anlagen liefern im Winter überdurchschnittlich, weil sie die tief stehende Sonne besser treffen. Seit Januar 2026 sind Fassadenanlagen unter bestimmten Bedingungen im Meldeverfahren möglich.
Was Schnee auf den Modulen bedeutet
Liegt Schnee auf den Modulen, liefert die Anlage nichts. Das klingt schlimmer, als es ist: Die betroffenen Tage fallen in die ertragsschwächste Zeit, und über das Jahr gerechnet kostet Schnee meist ein bis drei Prozent.
Geneigte Module entledigen sich der Last in der Regel selbst. Glas ist glatt, und sobald die Zellen darunter etwas Wärme entwickeln, rutscht die Decke ab. Bei Neigungen ab dreissig Grad geschieht das meist innert Tagen.
Räumen Sie nicht selbst. Ein Dach im Winter ist gefährlich, und ein Kratzer im Glas kostet mehr als die Kilowattstunden, um die es geht. Wo Schneelast ein Thema ist, gehört sie in die Statik und nicht auf die Aufgabenliste des Eigentümers.
Was zum Jahresverlauf am häufigsten gefragt wird
01Bringt eine Anlage im Winter überhaupt etwas?
Ja, nur wenig. Eine Zehn-Kilowatt-Anlage liefert im Dezember rund 250 Kilowattstunden — ungefähr das, was ein sparsamer Haushalt in drei Wochen verbraucht.
An klaren Wintertagen kann die Leistung erstaunlich hoch sein, weil Module bei Kälte effizienter arbeiten. Das Problem ist nicht die Temperatur, sondern die Zahl der Sonnenstunden.
02Soll ich die Module steiler montieren?
Eine steilere Neigung verschiebt Ertrag vom Sommer in den Winter und die Übergangszeit. Bei sechzig Grad statt dreissig sinkt der Jahresertrag um einige Prozent, der Winteranteil steigt.
Auf einem bestehenden Schrägdach ist die Neigung ohnehin gegeben. Interessant wird die Frage nur beim Flachdach und bei der Fassade.
03Was ist mit Hochnebel?
Unter der Nebeldecke sinkt der Ertrag deutlich, aber nicht auf null — diffuses Licht wird ebenfalls in Strom umgewandelt, meist zehn bis dreissig Prozent der Leistung eines klaren Tages.
In Lagen über der Nebelgrenze ist der Winterertrag entsprechend besser. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen die Höhenlage einen echten Unterschied macht.
Was Ihr Dach über das Jahr liefert
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Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.