Arten von Solaranlagen: netzgekoppelt, Insel, Hybrid
Für ein Haus am Netz gibt es genau eine sinnvolle Bauart.
On-Grid, Off-Grid, Hybrid — die Begriffe klingen nach einer echten Wahl. Für ein Einfamilienhaus mit Netzanschluss ist die Antwort in aller Regel eindeutig.
Was die drei Bauarten unterscheidet
| Bauart | Netzanschluss | Speicher | für wen |
|---|---|---|---|
| BauartNetzgekoppelt | Netzanschlussnötig | Speicheroptional | für wenHäuser am Netz — der Normalfall |
| BauartInsel | Netzanschlusskeiner | Speicherzwingend | für wenAlphütte, Wohnwagen, Gartenhaus |
| BauartHybrid | Netzanschlussnötig | Speichervorbereitet | für wenwer später speichern will |
Die netzgekoppelte Anlage speist Überschuss ins Netz und bezieht, wenn die Sonne fehlt. Das Netz übernimmt die Rolle des unendlich grossen Speichers — dafür zu sehr ungleichen Preisen, wie die Rechnung von 26.09 gegen 6.00 bis 9.00 Rappen zeigt.
Die Inselanlage kommt ohne Netz aus und braucht dafür einen grossen Speicher und meist einen Notstromerzeuger. Sie kostet ein Vielfaches und ist nur dort sinnvoll, wo ein Netzanschluss teurer wäre als die Anlage — bei Alphütten etwa.
Hybrid heisst netzgekoppelt mit einem Wechselrichter, der einen Speicher aufnehmen kann. Das ist keine eigene Kategorie, sondern eine Vorbereitung — und die sinnvollste Entscheidung für alle, die heute noch nicht speichern wollen.
Balkonanlagen und Anlagen auf Nebengebäuden
Steckerfertige Balkonanlagen bis 600 Watt darf man ohne Fachperson anschliessen. Der Netzbetreiber ist aber schriftlich zu informieren, und bei Miete oder Stockwerkeigentum braucht es die Zustimmung der Eigentümerschaft.
Auf Nebengebäuden — Garage, Remise, Scheune — gilt dasselbe wie auf dem Wohnhaus, solange das Gebäude bereits steht: Meldeverfahren statt Baugesuch. Ein Neubau, der nur wegen der Module entsteht, ist dagegen ein Baugesuch.
Was zu den Anlagentypen am häufigsten gefragt wird
01Brauche ich eine Inselanlage für Notstrom?
Nein. Für Notstrom genügt eine netzgekoppelte Anlage mit Speicher und Ersatzstromfunktion samt Umschalter. Das kostet 1’500 bis 4’000 Franken zusätzlich.
Ohne diese Funktion schaltet die Anlage bei Netzausfall ab — auch bei Sonnenschein und vollem Speicher.
02Was darf eine Balkonanlage?
Bis 600 Watt Wechselrichterleistung, steckerfertig, ohne Fachperson. Der Netzbetreiber muss schriftlich informiert werden.
Wer zur Miete wohnt oder in einer Stockwerkeigentümergemeinschaft, braucht die Zustimmung der Eigentümerschaft — die Fassade gehört nicht zur Wohnung.
03Kann ich später erweitern?
Ja, wenn der Wechselrichter einen freien Eingang hat und die Anschlussleistung reicht. Der Zubau kommt als eigener Strang, nicht als Ergänzung eines bestehenden.
Die Erweiterung ist beim Netzbetreiber zu melden, und die Einmalvergütung wird für den neuen Teil separat beantragt.
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Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.