Welche Anlagengrösse passt zu meinem Haus?
Gebaut wird nach der Dachfläche, nicht nach dem Stromverbrauch.
Die Frage nach der richtigen Grösse wird fast immer vom Verbrauch her gestellt. Auf dem Dach entscheidet eine andere Grösse: die Fläche, die einmal belegt wird und danach belegt bleibt.
Was auf eine Dachhälfte passt
Übliche Grössen auf einem Einfamilienhaus. Fläche gerechnet mit 5 bis 6 Quadratmetern je Kilowatt, Ertrag mit 950 bis 1’050 Kilowattstunden.
| Leistung | Modulfläche | Ertrag im Jahr | Preis montiert |
|---|---|---|---|
| Leistung6 kWp | Modulfläche30–36 m² | Ertrag im Jahr5’700–6’300 kWh | Preis montiert13’000–17’000 |
| Leistung10 kWp | Modulfläche50–60 m² | Ertrag im Jahr9’500–10’500 kWh | Preis montiert18’000–24’000 |
| Leistung15 kWp | Modulfläche75–90 m² | Ertrag im Jahr14’250–15’750 kWh | Preis montiert25’000–33’000 |
Der erste Schritt ist ein Metermass, nicht die Stromrechnung. Rechnen Sie mit vier bis sechs Quadratmetern Modulfläche je Kilowatt. Eine zusammenhängende Dachhälfte von sechzig Quadratmetern trägt damit etwa zehn Kilowatt.
Abzuziehen sind die Stellen, die nicht belegt werden können: Kamin, Dachfenster, Lukarne, die Randstreifen, die aus Gründen der Windlast frei bleiben. Was übrig bleibt, ist die Fläche, über die zu reden sich lohnt.
Erst danach kommt die Leistung ins Spiel. Sie ergibt sich aus der belegbaren Fläche, und der Ertrag ergibt sich aus der Leistung. In dieser Reihenfolge entsteht eine Zahl, die trägt.
Was Wärmepumpe und Elektroauto verändern
Der eigene Verbrauch bestimmt nicht die Grösse der Anlage, sondern nur, wie viel vom erzeugten Strom im Haus bleibt. Ohne Speicher sind das rund dreissig Prozent, mit Speicher rund sechzig. Der Rest geht ins Netz und wird zum tieferen Satz vergütet.
Eine Wärmepumpe und ein Elektroauto verschieben das erheblich nach oben. Beide ziehen Strom in Mengen, die ein Haushalt sonst nie erreicht, und beide lassen sich zeitlich steuern — das passt zu einer Anlage, die mittags am meisten liefert. Wer eines von beiden plant, sollte es vor der Auslegung sagen, nicht danach.
Ihren heutigen Jahresverbrauch finden Sie auf der Stromrechnung. Er ist der Ausgangspunkt für die Frage nach dem Speicher — für die Frage nach der Anzahl Module ist er es nicht.
Warum die Fläche nur einmal belegt wird
Gerüst, Anfahrt, Planung und Anschluss fallen unabhängig von der Modulzahl an. Genau deshalb wird der Zubau mit jedem zusätzlichen Kilowatt günstiger: Sechs Kilowatt kosten 13’000 bis 17’000 Franken, fünfzehn Kilowatt 25’000 bis 33’000 — also längst nicht das Zweieinhalbfache.
Ein zweiter Einsatz Jahre später kostet diese Posten erneut. Für die Einmalvergütung kommt hinzu, dass eine Erweiterung erst ab zwei zusätzlichen Kilowatt anerkannt wird; wer drei Module nachlegt, bekommt dafür nichts.
Deshalb der einfache Rat: Belegen Sie die brauchbare Fläche gleich beim ersten Mal. Zu klein gebaut lässt sich später nur teuer korrigieren, und über die Lebensdauer der Anlage summiert sich die fehlende Fläche zu einem Betrag, den niemand mehr sieht.
Was zur Anlagengrösse am häufigsten gefragt wird
01Muss die Anlage zu meinem Jahresverbrauch passen?
Nein. Eine Anlage, die genau den Jahresverbrauch abdeckt, ist meist zu klein gedacht: Erzeugung und Verbrauch fallen zeitlich ohnehin auseinander, und der Eigenverbrauch liegt ohne Speicher bei rund dreissig Prozent.
Sinnvoller ist es, die brauchbare Dachfläche auszunutzen und den Überschuss einzuspeisen. Was der Verbrauch beeinflusst, ist die Frage nach dem Speicher, nicht die Frage nach der Modulzahl.
02Ist eine kleine Anlage nicht wirtschaftlicher?
Je Kilowatt gerechnet ist sie es nicht. Sechs Kilowatt kosten 13’000 bis 17’000 Franken, zehn Kilowatt 18’000 bis 24’000. Der Aufpreis fällt kleiner aus als der Leistungssprung, weil die Fixkosten schon bezahlt sind.
Die Einmalvergütung folgt der Leistung: Je Kilowatt gibt es unter 30 Kilowatt 360 Franken angebaut und 400 Franken integriert. Auch sie wächst mit der Anlage mit.
03Lohnt es sich, später aufzustocken?
Selten. Die Erweiterung braucht Gerüst, Anfahrt und Elektroarbeiten ein zweites Mal, und für die Einmalvergütung zählt sie erst ab zwei zusätzlichen Kilowatt.
Wenn absehbar ist, dass später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazukommt, gehört diese Leistung in die erste Auslegung. Fläche, die heute frei bleibt, wird selten günstiger belegt.
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Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.