Wie viel Strom eine Photovoltaikanlage erzeugt
950 bis 1’050 Kilowattstunden je Kilowatt und Jahr — der Rest ist Standort.
Der Ertrag einer Anlage lässt sich erstaunlich genau vorhersagen. Was ihn verschiebt, sind Ausrichtung, Neigung und Verschattung — in dieser Reihenfolge. Hier stehen die Zahlen, mit denen wir jede Beispielrechnung führen.
Was ein Kilowatt Leistung im Jahr liefert
Im Schweizer Mittelland bringt ein Kilowatt-Peak zwischen 950 und 1’050 Kilowattstunden im Jahr. Eine Anlage mit zehn Kilowatt liefert also 9’500 bis 10’500 Kilowattstunden — mehr als das Doppelte dessen, was ein Einfamilienhaus ohne Wärmepumpe verbraucht.
Diese Spanne gilt für ein Südsatteldach mit rund dreissig Grad Neigung und ohne Verschattung. Sie ist bewusst konservativ gewählt: Wir rechnen lieber mit einer Zahl, die eintrifft, als mit einer, die gut aussieht.
Über die Jahre nimmt die Leistung um etwa ein halbes Prozent jährlich ab. Nach fünfundzwanzig Jahren liefern die Module noch rund achtzig bis fünfundachtzig Prozent — die meisten Hersteller sichern das vertraglich zu.
Was den Ertrag nach oben oder unten zieht
Abweichung vom Referenzfall Süd, 30 Grad, unverschattet.
| Situation | Ertrag | Bemerkung |
|---|---|---|
| SituationSüd, 30 Grad | Ertrag100 % | BemerkungReferenz |
| SituationSüdost oder Südwest | Ertrag95–98 % | Bemerkungkaum ein Verlust |
| SituationOst-West, geteilt | Ertrag85–90 % | Bemerkungdafür gleichmässiger über den Tag |
| SituationFlachdach, aufgeständert | Ertrag90–95 % | Bemerkungmehr Fläche nötig |
| SituationNordseite | Ertrag55–70 % | Bemerkungnur bei sehr flachem Dach sinnvoll |
| SituationTeilverschattung morgens | Ertrag80–90 % | Bemerkungje nach Verschaltung |
Die Ausrichtung ist weniger entscheidend, als viele annehmen. Zwischen Südost und Südwest liegen wenige Prozente. Erst die Nordseite fällt deutlich ab.
Eine Ost-West-Belegung liefert zwar in Summe weniger, dafür verteilt über den Tag — morgens und abends, wenn im Haus tatsächlich Strom gebraucht wird. Für den Eigenverbrauch ist sie oft die bessere Wahl als die reine Südanlage mit ihrer Mittagsspitze.
Verschattung wirkt anders als alle anderen Faktoren: Ein einzelner verschatteter Bereich kann einen ganzen Strang ausbremsen. Wie stark, hängt von der Verschaltung ab — mit Leistungsoptimierern oder Modulwechselrichtern bleibt der Schaden lokal.
Sommer und Winter liegen weit auseinander
Eine Zehn-Kilowatt-Anlage liefert im Juni rund 1’300 Kilowattstunden und im Dezember etwa 250. Das Verhältnis von gut fünf zu eins ist der Grund, warum Autarkie über das ganze Jahr eine teure Illusion bleibt.
Für die Planung heisst das: Die Anlage wird auf den Jahresertrag ausgelegt, nicht auf den Wintertag. Und der Speicher verschiebt Stunden, nicht Monate — wer im Dezember mit Solarstrom heizen will, braucht kein grösseres Batteriesystem, sondern das Netz.
Was zum Ertrag am häufigsten gefragt wird
01Wie genau sind Ertragsprognosen?
Eine seriöse Prognose trifft den Jahresertrag auf etwa fünf bis zehn Prozent genau. Einzelne Jahre schwanken stärker, weil das Wetter schwankt — über fünf Jahre gemittelt stimmt die Rechnung meist gut.
Vorsicht bei Offerten, die mit 1’100 oder 1’200 Kilowattstunden je Kilowatt rechnen. Das kommt im Mittelland selten vor und macht die Amortisation auf dem Papier schöner, als sie ist.
02Was bringt eine Reinigung?
In der Regel wenig. Regen wäscht geneigte Module ausreichend; der Verschmutzungsverlust liegt bei ein bis zwei Prozent.
Anders bei sehr flacher Neigung, unter Bäumen oder in Gebieten mit hoher Staubbelastung. Dort kann sich eine Reinigung alle paar Jahre lohnen — gerechnet, nicht aus Gewohnheit.
03Woran erkenne ich, dass etwas nicht stimmt?
An der Überwachung. Jeder Wechselrichter liefert Tages- und Monatswerte; ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt Abweichungen früh.
Typische Ursachen für plötzlichen Ertragsrückfall: ein ausgefallener Strang, ein defekter Optimierer, ein neu gewachsener Schatten oder ein Marderschaden an der Verkabelung.
Was Ihr Dach liefert, rechnet der Betrieb vor Ort
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Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.