Solarstrom im Haushalt: wo er zuerst hingeht
Der günstigste Speicher ist eine Waschmaschine, die mittags läuft.
Bevor man über eine Batterie nachdenkt, lohnt der Blick auf den Tagesablauf. Fünf bis zehn Prozentpunkte mehr Eigenverbrauch kosten nichts ausser Gewohnheit.
Wo der eigene Strom zuerst hingeht
| Verbraucher | Verbrauch im Jahr | verschiebbar |
|---|---|---|
| VerbraucherWarmwasser elektrisch | Verbrauch im Jahr1’500–2’500 kWh | verschiebbarsehr gut |
| VerbraucherWärmepumpe | Verbrauch im Jahr4’000–6’000 kWh | verschiebbargut, mit Puffer |
| VerbraucherElektroauto | Verbrauch im Jahr2’000–3’000 kWh | verschiebbargut, wenn tagsüber zu Hause |
| VerbraucherWaschen und Trocknen | Verbrauch im Jahr400–700 kWh | verschiebbargut |
| VerbraucherGeschirrspüler | Verbrauch im Jahr200–300 kWh | verschiebbargut |
| VerbraucherKühlen und Gefrieren | Verbrauch im Jahr400–600 kWh | verschiebbarnicht verschiebbar |
| VerbraucherLicht, Elektronik | Verbrauch im Jahr600–1’000 kWh | verschiebbarkaum |
Ein Solarstromsystem liefert seine Leistung zwischen zehn und sechzehn Uhr. Alles, was in diesem Fenster läuft, ist den vollen Bezugspreis wert — im EKZ-Netz 26.09 Rappen statt der 6.00 bis 9.00, die das Werk fürs Einspeisen zahlt.
Das grösste einzelne Potenzial ist das Warmwasser. Ein Wassererwärmer mit 300 Litern speichert umgerechnet gut zehn Kilowattstunden als Wärme — so viel wie eine mittlere Batterie, zu einem Bruchteil des Preises. Es braucht nur eine Steuerung, die ihn mittags einschaltet statt nachts.
Das Elektroauto ist der zweite grosse Posten, wenn es tagsüber zu Hause steht. Wer im Büro arbeitet, hat dieses Potenzial nicht — dann bleibt der Speicher oder die Ladung am Wochenende.
Was eine Steuerung können muss
Eine brauchbare Energiesteuerung misst am Hausanschluss, kennt also den tatsächlichen Überschuss, und schaltet Verbraucher danach zu. Sie sollte offene Schnittstellen haben und nicht nur über die App eines Herstellers laufen.
Ab 2027 richtet sich die Vergütung nach dem Spotmarktpreis der Stunde. Eine Steuerung, die darauf reagieren kann, wird dadurch mehr wert — sie verschiebt Verbrauch dann nicht nur nach Überschuss, sondern nach Preis.
Für den Anfang genügt oft weniger: eine Zeitschaltuhr am Wassererwärmer und die Gewohnheit, die Waschmaschine mittags laufen zu lassen.
Was zum Eigenverbrauch im Haushalt gefragt wird
01Lohnt sich eine Zeitschaltuhr wirklich?
Für den Wassererwärmer ja. 1’500 bis 2’500 Kilowattstunden im Jahr, zur Hälfte mit eigenem Strom gedeckt, sind 200 bis 300 Franken jährlich — bei Anschaffungskosten von wenigen hundert Franken.
Für Waschmaschine und Geschirrspüler reicht die Programmwahl am Gerät.
02Was bringt eine Wallbox?
Eine steuerbare Wallbox lädt mit dem Überschuss statt mit voller Leistung. Wer tagsüber zu Hause ist, hebt den Eigenverbrauch damit spürbar — auf fünfzig bis siebzig Prozent.
Sie kostet 1’500 bis 3’000 Franken und braucht eine Anmeldung beim Netzbetreiber. Achten Sie auf die Überschussladefunktion; nicht jede Wallbox kann das.
03Was ist mit Sperrzeiten?
Viele Netzbetreiber sperren Wärmepumpe und Wassererwärmer zu bestimmten Zeiten — üblich sind zwei bis vier Stunden am Tag. Das ist der Preis für den günstigeren Tarif.
Für die Steuerung heisst das: Die Sperrzeiten müssen bekannt sein, sonst plant sie an der Wirklichkeit vorbei. Ihr Netzbetreiber gibt sie auf Anfrage bekannt.
Was in Ihrem Haushalt möglich ist
Geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Sie erhalten bis zu 3 Offerten von Betrieben aus Ihrer Region — kostenlos, unverbindlich und ohne Werbeanrufe.
Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.