Selbst verbrauchen oder einspeisen? Die Rechnung
Selbst verbrauchen bringt im EKZ-Netz rund das Dreifache von einspeisen.
Solarstrom hat zwei Preise: den, den Sie sparen, wenn Sie ihn selbst nutzen, und den, den Sie bekommen, wenn Sie ihn abgeben. Zwischen beiden liegen in unserem Gebiet 17 bis 30 Rappen. Diese Differenz ist die wichtigste Zahl Ihrer Anlage.
Warum dieselbe Kilowattstunde verschieden viel wert ist
Wer Strom bezieht, zahlt Energie, Netznutzung, Abgaben und Mehrwertsteuer. Im Netz der EKZ sind das 2026 zusammen 26.09 Rappen je Kilowattstunde. Wer einspeist, erhält nur den Energiewert — 6.00 bis 9.00 Rappen, je nachdem, ob das Werk den Herkunftsnachweis ankauft.
Der Unterschied ist kein Rechenfehler, sondern Systematik: Das Netz und die Abgaben zahlen Sie für den Bezug, nicht für die Lieferung. Für Sie heisst das: Jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt, ist rund dreimal so viel wert wie eine, die hinausgeht.
Wie gross der Abstand ist, hängt vom Werk ab. In unserem Gebiet reicht der Bezugspreis von 25.42 Rappen in Dietlikon bis 42.26 in Vorderthal. Die Vergütung liegt zwischen der gesetzlichen Untergrenze von 6.00 Rappen und 19.00 Rappen bei der Elektrizitätsgenossenschaft Bubikon.
Was den Eigenverbrauch hebt
Ein Haushalt ohne Zutun verbraucht rund dreissig Prozent seines Solarstroms selbst. So kommt man höher.
| Massnahme | Eigenverbrauch | Kosten |
|---|---|---|
| Massnahmenichts tun | Eigenverbrauchrund 30 % | Kosten— |
| MassnahmeVerbrauch in den Tag verschieben | Eigenverbrauch35–40 % | Kostenkeine |
| MassnahmeWarmwasser mit Solarstrom | Eigenverbrauch40–50 % | Kosten500–1’500 |
| MassnahmeBatteriespeicher 10 kWh | Eigenverbrauchrund 60 % | Kosten6’000–11’000 |
| MassnahmeWärmepumpe im Haus | Eigenverbrauch45–55 % | Kostenohnehin vorhanden |
| MassnahmeElektroauto, tagsüber geladen | Eigenverbrauch50–70 % | KostenWallbox 1’500–3’000 |
Der billigste Schritt kostet nichts: Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner laufen lassen, wenn die Sonne scheint. Das bringt fünf bis zehn Prozentpunkte und verlangt nur eine Zeitschaltuhr im Kopf.
Der zweitbilligste ist das Warmwasser. Ein Wassererwärmer, der mittags aufheizt, speichert Solarstrom als Wärme — 300 Liter fassen umgerechnet gut zehn Kilowattstunden, zu einem Bruchteil des Batteriepreises.
Die Batterie kommt danach, nicht davor. Sie ist die teuerste Art, den Eigenverbrauch zu heben, und lohnt sich vor allem dort, wo der Bezugspreis hoch und die Vergütung tief ist.
Wenn der Strom im Haus bleibt: ZEV und LEG
In einem Mehrfamilienhaus lässt sich der Eigenverbrauch über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch bündeln. Die Wohnungen beziehen den Solarstrom intern, der Anschluss ans Netz bleibt einer. Damit steigt der Eigenverbrauch auf siebzig Prozent und mehr, weil sich die Verbrauchsprofile mehrerer Haushalte überlagern.
Seit dem 1. Januar 2026 gibt es zusätzlich die lokale Elektrizitätsgemeinschaft. Sie funktioniert über das öffentliche Netz und verbindet Nachbarn auf derselben Netzebene beim selben Netzbetreiber in derselben Gemeinde. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Produktionsleistung mindestens fünf Prozent der Anschlussleistung erreicht.
Beides verlangt eine Abrechnung und klare Vereinbarungen. Wer nur ein Einfamilienhaus hat, braucht keins von beidem.
Was zum Eigenverbrauch am häufigsten gefragt wird
01Muss ich den überschüssigen Strom abgeben?
Der Netzbetreiber ist zur Abnahme verpflichtet und muss mindestens die gesetzliche Untergrenze zahlen — für Anlagen unter dreissig Kilowatt sind das 6.00 Rappen.
Umgekehrt gibt es keine Pflicht, möglichst viel einzuspeisen. Die Anlage darf so ausgelegt sein, dass möglichst wenig übrig bleibt.
02Was passiert 2027 mit der Vergütung?
Ab 2027 richtet sich die Vergütung nach dem Spotmarktpreis der jeweiligen Stunde statt nach dem Quartalsmittel. Mittags, wenn viel Solarstrom im Netz ist, wird sie tiefer ausfallen, abends höher.
Der Eigenverbrauch gewinnt damit weiter an Bedeutung — und mit ihm alles, was Strom in den Abend verschiebt. Kleine Anlagen erhalten zum Ausgleich eine Minimalvergütungsprämie.
03Zahlt sich eine grössere Anlage trotzdem aus?
Meist ja. Der Zubau ist der günstigste Teil der Anlage, weil Gerüst, Anfahrt und Anschluss ohnehin anfallen. Auch wenn der Überschuss nur sechs Rappen bringt, sinkt der Preis je Kilowatt deutlich.
Die Grenze liegt dort, wo die Anlage dreissig Kilowatt überschreitet — dann gelten andere Regeln bei Vergütung und Messung.
Was Ihr Werk zahlt, steht auf Ihrer Gemeindeseite
Geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Sie erhalten bis zu 3 Offerten von Betrieben aus Ihrer Region — gerechnet mit den Tarifen Ihres Netzbetreibers.
Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.