Photovoltaik und Wärmepumpe: rentiert die Kombination?
Zwei Anlagen, die sich gegenseitig rechnen — mit einem Haken im Winter.
Eine Wärmepumpe verdoppelt den Stromverbrauch eines Hauses. Genau das macht sie zum besten Abnehmer für eigenen Solarstrom. Nur liegt der Wärmebedarf dann am höchsten, wenn die Anlage am wenigsten liefert. Was davon bleibt, steht hier.
Die Wärmepumpe ist der beste Abnehmer
Ein Einfamilienhaus ohne Wärmepumpe braucht 3’500 bis 5’000 Kilowattstunden im Jahr. Mit Wärmepumpe kommen 4’000 bis 6’000 dazu — der Verbrauch verdoppelt sich also ungefähr.
Für die Solaranlage ist das ein Glücksfall. Ohne zusätzlichen Verbrauch fliesst der Sommerstrom für sechs bis neun Rappen ins Netz. Läuft stattdessen die Wärmepumpe für das Warmwasser, ersetzt jede Kilowattstunde eine bezogene — und die kostet im EKZ-Netz 26.09 Rappen.
Der Eigenverbrauch steigt dadurch spürbar: von rund dreissig Prozent ohne Wärmepumpe auf vierzig bis fünfzig mit. Mit Speicher und einer Steuerung, die das Warmwasser in die Mittagsstunden legt, sind sechzig bis siebzig möglich.
Sperrzeiten und der Winter
Viele Netzbetreiber sperren die Wärmepumpe zu bestimmten Zeiten — üblich sind zwei bis vier Stunden am Tag, in mehreren Blöcken. Das ist der Preis für den günstigeren Wärmepumpentarif und meist verkraftbar, weil ein gut gedämmtes Haus die Wärme hält.
Wichtiger ist die Jahreszeit. Der Wärmebedarf ist von November bis Februar am höchsten, die Anlage liefert dann am wenigsten. Eine Zehn-Kilowatt-Anlage bringt im Dezember vielleicht 250 Kilowattstunden, im Juni 1’300. Die Wärmepumpe läuft im Dezember trotzdem — mit Netzstrom.
Wer das ernst nimmt, rechnet die Kombination nicht als Autarkie, sondern als das, was sie ist: eine sehr gute Sommer- und Übergangszeitrechnung und eine durchschnittliche Winterrechnung.
Was zuerst gebaut werden sollte
Wenn beides ansteht, zuerst die Wärmepumpe planen und die Solaranlage danach auf den neuen Verbrauch auslegen. Umgekehrt kommt oft eine Anlage heraus, die nach dem Heizungsersatz zu klein ist.
Praktisch heisst das: Leerrohre und Platz im Verteiler für beides vorsehen, einen Zähler, der beide Richtungen misst, und eine Steuerung, die Wärmepumpe, Anlage und allenfalls Speicher gemeinsam kennt. Getrennte Systeme, die nichts voneinander wissen, verschenken den halben Nutzen.
Was zur Kombination am häufigsten gefragt wird
01Wie gross muss die Anlage für eine Wärmepumpe sein?
Als Anhaltspunkt: ein Kilowatt-Peak je tausend Kilowattstunden Jahresverbrauch. Bei 9’000 Kilowattstunden mit Wärmepumpe sind das neun bis zehn Kilowatt — mehr, als viele ohne Wärmepumpe planen.
Wichtiger als die reine Grösse ist die Ausrichtung. Eine Ost-West-Belegung liefert über den Tag verteilt und passt besser zu einer Wärmepumpe als eine reine Südanlage mit Mittagsspitze.
02Bringt ein Warmwasserspeicher mehr als eine Batterie?
Oft ja, und er kostet einen Bruchteil. Ein Wassererwärmer speichert Solarstrom als Wärme; 300 Liter fassen umgerechnet gut zehn Kilowattstunden — so viel wie eine mittlere Batterie, zu einem Zehntel des Preises.
Der Nachteil: Die Energie kommt nur als Warmwasser zurück, nicht als Strom für Kochherd oder Auto. Für viele Haushalte ist das trotzdem der bessere erste Schritt.
03Was ist mit dem Lärm der Aussenanlage?
Für Aussengeräte gilt die Lärmschutz-Verordnung. Massgebend ist der Beurteilungspegel beim Nachbarn, nicht am Gerät. In dicht bebauten Quartieren entscheidet der Standort über die Bewilligung.
Wer früh mit der Gemeinde spricht und das Gerät nicht auf die Grenze stellt, erspart sich eine Einsprache. Ein Schallschutzgehäuse ist die teurere Lösung für ein Problem, das die Planung hätte vermeiden können.
Wärmepumpe und Solaranlage gehören zusammen geplant
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Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.