Photovoltaik: was kostet ein Quadratmeter Dach?
Ein Quadratmeterpreis lässt sich ausrechnen. Vergleichen lässt er sich nicht.
Die Frage nach dem Preis je Quadratmeter kommt aus dem Hochbau und passt dort. Auf dem Dach zählt die Leistung, weil Förderung, Ertrag und Anschluss alle an Kilowatt hängen. Die Fläche sagt nur, wie viel davon Platz hat.
Warum die Schweiz nach Kilowatt rechnet
Belegbare Modulfläche und die Leistung, die darauf Platz hat, gerechnet mit vier bis sechs Quadratmetern je Kilowatt.
| Modulfläche | Leistung | Preis montiert |
|---|---|---|
| Modulfläche24–36 m² | Leistung6 kWp | Preis montiert13’000–17’000 |
| Modulfläche40–60 m² | Leistung10 kWp | Preis montiert18’000–24’000 |
| Modulfläche60–90 m² | Leistung15 kWp | Preis montiert25’000–33’000 |
Zwei Module derselben Grösse können unterschiedlich viel leisten. Deshalb ist der Quadratmeter keine brauchbare Einheit für den Vergleich: Er beschreibt den Platz, nicht das Produkt. Verglichen wird über das Kilowatt-Peak, und daran hängt auch alles Weitere — die Einmalvergütung wird je Kilowatt bemessen, die Ertragsprognose je Kilowatt gerechnet, der Anschluss nach Kilowatt beurteilt.
Wer trotzdem umrechnen will, kann es: Bei vier bis sechs Quadratmetern je Kilowatt und 1’600 bis 2’400 Franken je Kilowatt spannt sich der Preis je Quadratmeter über den ganzen Bereich zwischen den beiden Eckwerten auf. Das Ergebnis ist so breit, dass zwei Offerten damit nicht mehr auseinanderzuhalten sind. Genau deshalb steht in Schweizer Angeboten die Leistung zuoberst.
Die Fläche behält eine Aufgabe: Sie begrenzt, was möglich ist. Aus der belegbaren Fläche folgt die Leistung, aus der Leistung folgen Ertrag und Förderung. In dieser Reihenfolge gerechnet, ist die Quadratmeterzahl der Anfang der Rechnung und nicht ihr Ergebnis.
Wie Sie die belegbare Fläche selbst bestimmen
Gemessen wird die zusammenhängende Fläche einer Dachhälfte, nicht die Grundfläche des Hauses. Ein geneigtes Dach ist grösser als der Grundriss darunter; wer vom Katasterplan ausgeht, rechnet sich arm.
Vom gemessenen Rechteck geht ab, was nicht belegt werden kann. Dazu zählen Aufbauten und Durchbrüche ebenso wie die Streifen an Rand und First, die aus Gründen der Windlast frei bleiben müssen. Wie breit diese Streifen ausfallen, sagt die Statik des Montagesystems, nicht das Metermass.
Was übrig bleibt, geteilt durch vier bis sechs, ergibt die Leistung in Kilowatt. Das Ergebnis ist eine Spanne, keine Zahl — und es ersetzt die Planung nicht. Es reicht aber, um vor dem ersten Gespräch zu wissen, ob über sechs oder über fünfzehn Kilowatt zu reden ist.
Wann die Flächenfrage tatsächlich entscheidet
Auf kleinen Dächern. Ein Teil der Kosten hängt nicht an der Zahl der Module: Gerüst, Anfahrt, Planung, Anschluss. Auf wenig Fläche verteilen sich diese Posten auf wenige Kilowatt, und der Preis je Kilowatt rückt an die obere Kante der Spanne. Für die Einmalvergütung gilt zudem eine Mindestleistung von zwei Kilowatt; das sind acht bis zwölf Quadratmeter Modulfläche.
Auf verwinkelten Dächern. Zwei kleine Teilflächen ergeben zwar zusammen dieselbe Quadratmeterzahl wie eine grosse, kosten aber mehr: mehr Verkabelung, unter Umständen ein zweiter Strang, und bei verschiedener Ausrichtung zwei unterschiedliche Ertragsverläufe im Tag.
Auf geteilten Dächern. Gehört das Dach mehreren Parteien, ist nicht die ganze Fläche Ihre Fläche. Klären Sie vor der Offerte, welcher Teil belegt werden darf und wer über den erzeugten Strom verfügt. Die technische Rechnung ist dann der einfachere Teil der Aufgabe.
Was zur Fläche am häufigsten gefragt wird
01Was kostet ein Quadratmeter Solarmodul?
Ein einzelner Betrag lässt sich dafür nicht angeben, der ehrlich wäre. Die belastbare Zahl ist der Preis je Kilowatt: 1’600 bis 2’400 Franken montiert, und ein Kilowatt braucht vier bis sechs Quadratmeter.
Wer einen Quadratmeterpreis nennt, hat entweder eine Modulgrösse vorausgesetzt, die er nicht dazusagt, oder er meint nur das Material ohne Montage. In beiden Fällen ist der Wert für einen Vergleich unbrauchbar.
02Reicht ein kleines Dach überhaupt für eine Anlage?
Technisch schon. Für die Einmalvergütung braucht es mindestens zwei Kilowatt, also acht bis zwölf Quadratmeter Modulfläche. Darunter bleibt die Anlage zulässig, aber ohne Bundesbeitrag.
Wirtschaftlich ist die kleine Fläche der schwierigere Fall, weil die einmaligen Posten gleich bleiben. Sechs Kilowatt kosten 13’000 bis 17’000 Franken, fünfzehn Kilowatt 25’000 bis 33’000 — der Zuwachs an Leistung ist grösser als der Zuwachs am Preis.
03Meint die Angabe die Dachfläche oder die Modulfläche?
Die vier bis sechs Quadratmeter je Kilowatt beziehen sich auf die Module. Das Dach muss grösser sein, weil Rand, First, Aufbauten und Durchbrüche nicht belegt werden.
Fragen Sie deshalb in der Offerte nach beiden Angaben: wie viele Quadratmeter Module montiert werden und auf welcher Dachfläche sie liegen. Erst das Paar macht nachvollziehbar, wie voll das Dach am Ende ist.
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Was in Ihrer Gemeinde gilt
Die Zahlen dieses Ratgebers hängen am Strompreis Ihres Werks. Auf den Gemeindeseiten steht er einzeln.
Datenstand 30. August 2026. Quellen: ElCom, Tarifwürfel 2026 · Pronovo, Einmalvergütung · EnergieSchweiz. Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2026. Vergütungen sind Jahreswerte; was in Ihrer Gemeinde gilt, steht auf der jeweiligen Gemeindeseite.